Tradition erleben und erhalten
Willkommen auf unserer Informationsseite rund um das Brauchtum in unserer Gemeinde!
Hier finden Sie alles Wissenswerte zu den traditionellen Feierlichkeiten, Veranstaltungen und Bräuchen, die unser Dorfleben bereichern und von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Unser Brauchtum spiegelt die Geschichte und die Kultur unserer Region wider.
Durch verschiedene Feste und Zeremonien bewahren wir alte Traditionen und bringen die Gemeinschaft zusammen.
Ob jahreszeitliche Bräuche, religiöse Feste oder kulturelle Veranstaltungen – jeder Termin ist eine Gelegenheit, Traditionen zu erleben und aktiv mitzugestalten.
Auf dieser Website informieren wir Sie über die wichtigsten Brauchtümer und deren Bedeutung sowie die aktuellen Termine und Veranstaltungen im Jahresverlauf.
Bleiben Sie auf dem Laufenden und nehmen Sie teil an den schönen Momenten unserer Gemeinschaft!
Wir laden Sie herzlich ein, die Traditionen unserer Gemeinde mit uns zu erleben und weiterzutragen.
Sternsinger in Bleialf – Kinder bringen Segen
Jedes Jahr Anfang Januar, rund um den Dreikönigstag, ziehen in Bleialf viele Kinder als Sternsinger durch die Straßen.
In liebevoller Verkleidung als Heilige Drei Könige bringen sie den Segen „Christus segne dieses Haus“ (C+M+B) zu den Menschen und schreiben ihn mit geweihter Kreide an die Haustüren. (Inzwischen
als Aufkleber)
Mit Liedern, Gebeten und einem offenen Herzen bitten sie um Spenden für Kinder in Not – ein lebendiges Zeichen von Solidarität und gelebter Nächstenliebe. Den feierlichen Auftakt bildet der Aussendungsgottesdienst, bei dem die Sternsinger gesegnet und auf ihre besondere Mission vorbereitet werden.
Vor 1900 und noch viele Jahre danach lebten zahlreiche Familien in Bleialf und Umgebung in großer Armut. Männer verdienten den Lebensunterhalt als Maurer oder Tagelöhner – oft für Familien mit sieben oder mehr Kindern. Besonders in den Wintermonaten, wenn keine Arbeit verfügbar war und staatliche Unterstützung kaum existierte, mussten die Familien buchstäblich „von Haus zu Haus fechten“, um etwas zu essen zu bekommen.
Das Bär treven in Bleialf – Ein lebendiges Stück Tradition
Am Dienstag nach Karneval, wenn sich der Trubel der närrischen Tage langsam legt, beginnt in Bleialf ein ganz besonderer Brauch, der tief in der lokalen Kultur verwurzelt ist: das traditionelle Bärtreiben.
Lange vor dem Zweiten Weltkrieg versammelten sich in Bleialf die Burschen nach der Christenlehre, um Brennmaterial für das Burgbrennen zu sammeln. Bereits am Samstag zuvor wurde eine mit Stroh umwickelte Stange vorbereitet – sie stellte symbolisch einen „Ditz“ (Kleinkind) dar. Mit Handwagen und dem Ditz zogen die Jungen von Haus zu Haus, um Stroh und Reisig („Schanzen“) zu erbitten.
In Bleialf, wie in vielen Dörfern der Eifel, beginnt am Gründonnerstagabend ein ganz besonderer Osterbrauch: das Klappern. Wenn die Kirchenglocken nach der Messe verstummen – traditionell „nach Rom fliegen“ – übernehmen die Schuljungen die Aufgabe, den Glockenklang symbolisch zu ersetzen.
Der Ablauf des Klapperns
Früher begann das Klappern bereits am Gründonnerstagmittag mit dem Ruf: „Lout Mettich!“ – das Zeichen zum Mittagsläuten.
Am Abend folgten weitere Rufe zur Andacht: „Et lout zu icht“ und „Et lout zu hof“, nach der Andacht dann: „Ovensglock lout“ – das Abendläuten.
Am Karfreitag ging es früh morgens weiter, und am Karsamstag wurden vormittags Eier gesammelt – eine kleine Belohnung für die Mühe. Bis spätestens 11:30 Uhr musste das Einsammeln abgeschlossen sein, denn dann stand das nächste Klappern an. Am Samstagabend wurde erneut die „Ovensglock“ ausgerufen.
Am Ostermorgen, vor der Auferstehungsfeier um 6:00 Uhr, ertönte der letzte Ruf: „Stot ob, stot ob das Usterdach!“ – ein Weckruf zur Feier der Auferstehung.
Vier Gruppen – ein Dorfklang
Seit jeher ziehen in Bleialf vier Gruppen durch die Straßen:
Oberdorf
Unterdorf
Bahnhofstraße
Alferberg
Jede Gruppe übernimmt ihre eigene Route und sorgt dafür, dass der Brauch lebendig bleibt – ein klangvolles Zeichen für Zusammenhalt, Tradition und die Vorfreude auf das Osterfest.
Der Martinsumzug in Bleialf wird von der Vereinsgemeinschaft organisiert. Traditionell versammeln sich Kinder und Erwachsene mit ihren Laternen auf dem Marktplatz, um gemeinsam durch die Straßen
zu ziehen.
Begleitet wird der Umzug vom Alftal-Blasorchester und endet wieder am Marktplatz mit einem gemütlichen Beisammensein beim Martinsfeuer.
Hier verteilt die Feuerwehr die Martinswecken und der Sportverein versorgt die Besucher mit Getränken.
Wird von den Bleialfer Jungens festgestellt, daß von einem anderen Ort ein Junge zu einem Mädchen aus Bleialf freien kommt, wird beschlossen den Freier zu streppen. Es wird abgewartet, bis er sich mal wieder im Haus des Mädchen aufhält und das Haus wird dann von den Bleialfer Jungens aufgesucht. Der Jagdschein ist bereits soweit ausgestellt und wird dem Freier vorgelesen. Bezahlt der Freier nach dieser Zermonie an die Jungens einen angemessenen Betrag, so wird der Betrag und das Ausstellungsdatum und der Jagdschein unterschrieben ausgehändigt. Dadurch ist die Jagd jegeben. Es kommt auch schon mal vor, daß der Freier die Gefahr die auf ihn zukommt bemerkt und abhaut und nicht mehr zu dem Mädchen zurückkehrt.
Am Abend vor der kirchlichen Trauung wird Kaaf für das Brautpaar gestreut. So gegen Mitternacht werden Säcke mit Sägemehl, früher Kaaf, Abfall der beim Drechen von Hafer entstand, gefüllt und ab Haus von der Braut oder Bräutigam auf die Straße gestreut bis zu den Häuser, wo die Braut im Ort vorher einen Freier und der Bräutigam ein Mädchen hatte. Waren diese von einem anderen Ort, so wird am Ortsausgang auf diesen Ort hingewiesen. Es wird aber heute mit den Autos in den Ort der Braut oder dem Bräutigam gefahren und es erfolgt genau dasselbe wie in Bleialf. Dabei bekommen die Jungens auch mal Schwierigkeiten mit der betreffenden Familie, da in vielen Orten das Streuen nicht Brauch ist. Vor Jahren wurde die weiteste Fahrt bis nach Eupen/Bel- gien unternommen.
Am Hochzeitsabend wird spessen gegangen. Die Dorfjungen besorgen sich einen Korb und ziehen zu dem Haus wo das Hochzeitsfest stattfindet. Der Korb wird reingegeben, damit derselbe gefüllt werden soll mit Kuchen, Getränken usw. Dieses wird vom Küchenpersonal unter Aufsicht des Brautpaares vorgenommen. Die Jungens gehen anschließent in eine Gastwirtschaft und verzehren die Sachen.
Quellangabe zu den geschichtlichen Erklärungen und einigen der Bilder
Buch: 800 Jahre Pfarrkirche Bleialf 1187-1987
des Geschichtsverein "Prümer Land" AG Ortsgeschichte
Buch: "Bleialfer Album"
Herausgegeben aus Anlaß ihres 1100jährigen Bestehens von der Ortsgemeinde Bleialf in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein "Prümer Land" e. V.
Erzählungen und Bildmaterial von Bleialfer Mitbürgern bereitgestellt.
Ein besonderer Dank gilt Marga Berkels für Ihre Fotos.