Warum es die Kirchengemeinde verdient, hohe Kostenzuschüsse für die Sanierung der Pfarrkirche zu erhalten: Sanierung des Innenraums mit Neuanstrich, Restaurierung der Altäre, Orgelbau, Glockenstuhl und Glocken, seit Jahrzehnten wurde unentwegt investiert in die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und ebenso in die Kapellen der Filialen. Und immer konnte die Kirchengemeinde auf kräftige Unterstützung aus der Pfarrgemeinde bauen. Die erwähnten Maßnahmen sind schon einige Jahre her. Aber auch in den letzten 10 Jahren wurden für große Reparaturen mit großartiger Hilfe aus der Pfarrei notwendige Eigenmittel aufgebracht, an die vierhunderttausend Euro stehen zu Buche und hunderte ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden. Außensanierung der Pfarrkirche mit vielen, teuren Überraschungen am Dach, Kapellen, deren Glocken wegen Einsturzgefahr von Glockenstuhl und Glockenturm nicht geläutet werden durften oder deren Außenwände plötzlich nach außen abdrifteten waren die Herausforderungen. Allein in einem kleinen Dorf mit zweihundert Einwohnern wurden mit vielen engagiert angegangenen Spenden- und Benefizmaßnahmen über 130.000 Euro für die Kapelle aufgebracht. Im Nachbardorf waren neben einer Spendenaktion die 400 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden von Feuerwehr, Handwerkern aus dem Ort und sonstigen Helfern für die Finanzierung bedeutende Kostenminimierer. Eine Dorfgemeinschaft nahm die komplette Außensanierung ihrer Kapelle unter fachlicher Anleitung selbst ehrenamtlich vor. Mit Beharrlichkeit und Verhandlungsgeschick hat der Verwaltungsrat über sieben Jahre lang daran gearbeitet, dass von einer Kuhweide drei Baugrundstücke erschlossen und an Familien verkauft werden konnten. Neben einem namhaften Ertrag daraus ist nach Rückkauf einer viel größeren Landwirtschaftsfläche jetzt mehr Land im Stellenvermögen als vorher. Die Ortsgemeinden halfen ebenso mit hohen Zuwendungen für die benötigten Eigenanteile der Pfarrgemeinde.

 

Sehr hohe Investitionen für das denkmalgeschützte, alte Pfarrhaus führten letztlich dazu, dass den Pfarrangehörigen beim Spenden fast „der Atem ausging“. Aber das Pfarrhaus ist Teil der Kirche und kann nicht wie in anderen Pfarreien veräußert werden. Jetzt ist es restauriert Sitz des Pfarrers und beherbergt für die Pfarreiengemeinschaft die Pfarrbüros. Auch hierfür musste die Kirchengemeinde Maria Himmelfahrt alleine die Eigenanteile übernehmen, was auch eine Leistung für die anderen Kirchengemeinde des Pfarreienverbundes ist, die solche Investition nicht vornehmen mussten und ihre alten Pfarrhäuser zum Vorteil ihrer Kasse verkaufen konnten.

 

Wenn es zum Zusammenschluss von Kirchengemeinden zu größeren Strukturen kommt, wie auch immer sie aussehen werden, dann bringt Maria Himmelfahrt Bleialf Kirchengebäude ein, mit hervorragender Substanz und auf viele Jahrzehnte hinaus ohne großen Investitionsbedarf.

 

Die letzte große Herausforderung wird auch geschafft werden: Trotz eines absehbaren Ende der selbständigen Kirchengemeinde Maria Himmelfahrt Bleialf will man es jetzt hier noch einmal wissen, die Ärmel hochkrempeln und auch die vermeintlich letzte Herausforderung beherzt bewältigen. Allerdings sind 1,105 Millionen Euro veranschlagte Kosten ein Volumen, das Mut erfordert. Die Kirchengemeinde hofft auf alle möglichen Zuschüsse des Bistums. Nach Kalkulation des Pfarrverwaltungsrates verbleiben dann 320.000 Euro aufzubringende Eigenmittel. Der Finanzierungsplan sieht die Möglichkeit der Restfinanzierung durch Kredite vor. Aber klar definiertes Ziel ist es, auch diese hohe Summe durch eine nochmalige Kraftanstrengung über mehrere Jahre komplett aufzubringen. Die Reaktionen auf die bisher ergriffenen Maßnahmen verstärken die Zuversicht, dies schaffen zu können.

 

Pfarrverwaltungsrat und Pfarrgemeinderat bilden die Kerngruppe und wollen viele für „ die Wiedereröffnung unseres Schneifeldoms“ gewinnen. Schneifeldom wird im Volksmund die große Kirche von Bleialf in der Region genannt. „Die Schneifel hängt sich rein“, titelt jetzt der Trierische Volksfreund in einem weiteren, umfangreichen Bericht und stellt vor, was in Bleialf geschieht. Öffentlichkeitsarbeit ist für das Großprojekt sehr wichtig, um zu informieren und um die Herzen der Menschen zu erreichen, denen ihre Kirche in Bleialf wichtig ist. Etliche Berichte im Trierischen Volksfreund trugen dazu bei, ganzseitige Informationen in der viel beachteten Dorfzeitung „Verzellchen“, ständige Rubriken auf der Website der Ortsgemeinde

 

Mitglieder von Pfarrverwaltungsrat und Pfarrgemeinderat gehen die Herausforderung gemeinsam an. Unter dem Leitspruch „gemeinsam strukturiert ein großes Ziel erreichen“ sind Kümmerer-Gruppen gebildet, die jeweils aus „hunderten“ Projektideen die aus ihrer Sicht aussichtsreichsten gezielt angehen. Sie konzentrieren sich auf ihre Projekte und können somit strukturiert alle Chancen vehement nutzen. Die Umsetzung erfolgt dann wieder, soweit erforderlich, in der ganzen Gruppe, die übrigens offen ist und andere zum Mitmachen einlädt.

 

Das Erscheinungsbild „für die Wiedereröffnung des Schneifeldoms“ hat inzwischen Wiedererkennungswert erreicht. Obwohl die Kümmerer-Gruppen noch in der Planungsphase sind und ihre Einzelprojekte erst im Frühjahr gemeinsam in einem Mehrjahresplan vernetzen und angehen, haben sich schon eine Reihe von Hilfsaktionen ergeben. Im Herbst stellte der Verwaltungsrat zusammen mit dem Architekten in einer gut besuchten Pfarrversammlung im alten, nicht gesperrten Teil der Kirche das Ausmaß der drastischen Schäden am Dachstuhl vor, die Schwierigkeit der komplizierten Sanierung über der Rabitzdecke, die Pläne von Architekt und Statiker und die Notwendigkeit, dass in der Pfarrei noch einmal viele Unterstützer an einem Strang ziehen müssen. Im Allerheiligengottesdienst spendeten die Messebesucher spontan Applaus, als der Förderkreis seinen Flyer vorstellte und einlud, damit Dauerförderer zu werden. Alleine durch diese erste Maßnahme haben inzwischen 23 Spender einen Dauerauftrag für Spendenabbuchungen erteilt mit insgesamt etwa 600 Euro im Monat, was in fünf Jahren – die Förderung ist auf 5 Jahre begrenzt- schon einen Finanzierungsbeitrag von 36.000 Euro leistet. Ziel der Kümmerer-Gruppe ist es, 150 Dauerspender mit durchschnittlich 10 Euro Monatsspende zu gewinnen und so 90.000 Euro Eigenmittel einzubringen.

 

Eine beabsichtigte Eigendynamik beim Spenden hat mittlerweile eingesetzt: Der Kinderchor führte ein Musical in Bleialf und im belgischen St.Vith auf und sammelte dabei Spenden, die Frauen des katholischen Frauenbundes hatten einen Plätzchenbasar, der Sportverein verkaufte Heißgetränke beim Martinsumzug, die Jugend des Musikvereins hat ein Benefizkonzert bei der Krippenfeier angekündigt, ein heimisches Restaurant hat eine Seite auf der Speisekarte, die für den Förderkreis wirbt und von jedem Gericht auf dieser Seite wird ein Euro in den Sanierungstopf eingezahlt.

 

Die Gruppen der beiden Räte der Kirchengemeinde werden viele weitere Benefiz- und Spendenmaßnahmen anstoßen oder selbst durchführen. Stichpunkte sind in der hier beigefügten Präsentation aufgeführt.

 

Ein Finanzierungsbaustein soll der Verkaufserlös von zwei Grundstücken sein. Der Verwaltungsrat bittet um Genehmigung, dazu Verhandlungen zu führen.

 

Wir sind zuversichtlich, so das Finanzierungsziel zu erreichen und bitten, die Bistumsmittel bereitzustellen und das Projekt zu genehmigen.

 

Pfarrverwaltungsrat der

Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt Bleialf

 

Willi Leinen (stellv. Vors.) Jochen Kohr (Pfr.)

 



Der "Schneifeldom" hat weitere Förderer

Was der Sportverein beim Martinsumzug spontan unternahm, fand schöne Fortsetzung. Die erfreulichen Ereignisse sind zwei weitere spontane Benefizaktionen für die Wiedereröffnung des Schneifeldoms. Die KFD-Frauen backten Plätzchen und luden in den Pfarrsaal zum Plätzchen-Basar ein. Mit tollem Erfolg. Sie überreichten 800 Euro zu den schon in diesem Jahr bereitgestellten 500 Euro.

 

Der Kinderchor führte in unserer Pfarrkirche ein Musical auf und war damit auch in der Kirche in St. Vith zu Gast. Die kleinen Sängerinnen und Sänger übergaben die dabei erbetenen Spenden an Pfarrer Kohr. 500 Euro stand auf dem Spendenbrief, ebenfalls eine hoch zu schätzende Unterstützung! Das Jugendorchester hat ebenfalls schon eine Benefizaktion angekündigt, es will anlässlich der Krippenfeier in der Kirche ein kleines Weihnachtskonzert geben und dabei um Spenden bitten. Demnächst können Restaurantbesucher im alten Backhaus Flammkuchen essen und gleichzeitig helfen, denn von jeder Bestellung geht ein Euro an den „Sanierungstopf“. Auch dies ist eine Ankündigung, die auf weitern Schwung für die Wiedereröffnung unseres Schneifeldoms hoffen lässt..

 

Sehr erfreulich ist, dass all diese Aktionen schon ohne großes Zutun von Pfarrverwaltungsrat und Pfarrgemeinderat entstanden sind. Es ist inzwischen schon vielen ein Anliegen, bei diesem Großprojekt zu helfen. Das ist toll. Mitglieder von Pfarrverwaltungsrat und Pfarrgemeinderat haben viele weitere Pläne und Anregungen gesammelt und Projektgruppen gebildet, mit denen sie im neuen Jahr weiter Unterstützer ansprechen wird. Mehr darüber demnächst auf Bleialf.de



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Martinsumzug 2019 in Bleialf

SC Bleialf aktiv für den Schneifeldom

Mit Hilfe von Alftal Blasorchesters und dessen Jugendorchester gelang es den wieder sehr vielen Kindern, beim Martinszug den Regen glatt „wegzusingen“. Nach einer kleinen Feier in der Pfarrkirche gehörte schon etwas Trotz dazu, im kalten Regen St.Martin auf seinem Pferd dem Umzug durch Bleialf zu folgen. Wer dem Wetter trotzte, wurde belohnt. Auf halber Wegstrecke verschwand der Regen, bei Ankunft auf dem Marktplatz konnten kleine und große Teilnehmer das Martinsfeuer genießen und die Weckmänner der Ortsgemeinde, welche die neu formierte Jugend-Feuerwehr verteilte.

Die Vorstandsmänner des SC 1949 Bleialf e.V. versorgten die Teilnehmer mit Heißgetränken und verbanden damit auch gleich eine Förderaktion für die Wiedereröffnung der wegen Bauschäden derzeit zum großen Teil gesperrten Pfarrkirche. „Wir unterstützen den Förderkreis“, stand auf ihrem Plakat, „ der Verkauf ist zu Gunsten der Kirchenrenovierung“. Diese spontane Benefizaktion begrüßt der Förderkreis sehr, denn sie ermöglicht wieder ein paar Spendeneuros für die große Investition, und sie gibt Ansporn an Gruppen und Vereine, mit kreativen Ideen und schneller Umsetzung wertvolle Unterstützung erreichen zu können.




Ein Bericht über die Kirchensanierung im Bleialfer Verzellchen


Statische Sanierung der Pfarrkirche in Bleialf
 
Mit über 1,1 Millionen Euro wird die Sanierung des seit langem gesperrten Hauptteils der Pfarrkirche teuer und darüber hinaus sehr kompliziert. Der Pfarrverwaltungsrat arbeitet noch am Finanzierungsplan und berät zusammen mit dem Pfarrgemeinderat, wie benötigte Eigenmittel der Pfarrei bereitgestellt werden können. Kirchenvermögen kann eingesetzt werden. Aber auch von Spenden und Benefizaktionen ist die große Maßnahme abhängig. Pfarrangehörige und ehemalige Pfarrangehörige werden dazu angesprochen, Institutionen, Bürger, Stiftungen, Vereine, Unternehmen. Einen wesentlichen Beitrag soll ein Förderkreis leisten, der an Allerheiligen in der Pfarrkirche vorgestellt wurde.
 
Pfarrverwaltungsrat und Pfarrgemeinderat planen wieder am 21.11.2019 um 19 Uhr im Bürgerhaus, wer mitmachen möchte, ist gerne willkommen.
Willi Leinen, Pfarrverwaltungsrat

Vorankündigung
Am 10.Juli 2020 laden Pfarrverwaltungsrat und Pfarrgemeinderat zu einer Benefizveranstaltung auf den Bleialfer Marktplatz ein.


Statische Sanierung unserer Pfarrkirche - wie geht es weiter?


Das Konzept steht, bis Mitte 2019 sollen Pläne und Berechnungen erstellt sein. V.l.: Peter Berdi, Architekt, Willi Leinen, Pfarrverwaltungsrat, Martin Kreutz, Ingen. (Statik), Elsbeth Michels, Bauabteilung Bistum Trier, Thomas Stadler, Rendantur, Beate Knauf, Pfarrverwaltungsrat (Foto: K.H. Neisius)

Am 18. März hat ein Treffen mit allen Verantwortlichen stattgefunden: Verwaltungsrat, Bistumsarchitektin Michels, Architekt Berdi und Statiker Kreutz. Bereits zuvor hatten sich die Fachleute auf ein realistisches Sanierungskonzept geeinigt, das sie dem Verwaltungsrat vorgestellt haben. Im Prinzip geht es um den Einbau eines Stahlgerippes, um den überlasteten Dachstuhl samt der Drahtputzdecke damit abzufangen und die Lasten korrekt auf das Mauerwerk abzutragen. Hierzu muss das Dach im Traufenbereich abgedeckt und geöffnet werden, um die Stahlbauteile einzubringen und einen Ringanker auf der Mauerkrone aufzubetonieren. Zum Schutz der Drahtputzdecke vor schädlicher Nässe muss ein Außengerüst aufgestellt und daran ein Notdach installiert werden, das die gesamte Dachfläche des Mittelschiffs überdeckt. Die Arbeiten können daher auch nur in der trockenen und sturmfreien Jahreszeit (ab Frühjahr) durchgeführt werden.

Bevor jedoch die Handwerker beginnen können, müssen die Planer (Architekt und Statiker) ihre Arbeit machen: Der nächste Schritt wird die vollständige Erfassung der vorhandenen Konstruktion sein. Mit diesen Daten können Architekt und Statiker die genauen Maße und Einbauorte der Hilfskonstruktion festlegen. Daraus wiederum ergibt sich die Kostenermittlung für die unterschiedlichen Gewerke, mit deren Hilfe die Kirchengemeinde den Finanzzuschuss des Bistums beantragen kann. Die Abgabefrist ist immer Mitte des laufenden Jahres für alle großen Maßnahmen, die im Folgejahr begonnen werden sollen.

Unser Ziel ist daher, Mitte 2019 den Antrag stellen zu können. Architekt und Statiker wollen bis dahin die Planung abgeschlossen haben.
Mitte des Jahres werden wir also aller Voraussicht nach die Planung samt Kostenermittlung haben. Es wird dann eine Informationsveranstaltung geben, zu der wir gemeinsam mit dem Architekten alle Interessierten einladen.
Uns steht hier eine sehr große Herausforderung bevor! Wir haben aber den Eindruck, dass die Sache auf einem guten Weg und machbar ist.

Am Ende wird es natürlich auch eine Geldfrage sein - bei der nach wie vor klammen Haushaltslage der Kirchengemeinde Bleialf haben wir so gut wie keine freien Mittel einzusetzen und sind daher auf jede mögliche finanzielle Unterstützung angewiesen. Sollte das Bistum uns zusätzlich zum Regelzuschuss (60%) noch den Sonderzuschuss (20%) gewähren, rückt das Ziel zwar in erreichbare Nähe - aber es bleiben dann noch immer 20% der Gesamtkosten durch die Kirchengemeinde zu finanzieren. Ob also die Handwerker im Frühjahr 2020 oder 2021 (oder noch später) beginnen können, wird sich letzten Endes am Geld entscheiden.

Für den Verwaltungsrat, Willi Leinen u. Pfr. Jochen Kohr 


Tonnenweise Stahl für die Kirchendecke


Die einsturzgefährdete Decke der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Bleialf ist nur mit großem Aufwand zu retten. Die Kosten liegen bei 1,1 Millionen Euro. Architekt Peter Berdi stellte den Pfarrangehörigen das Sanierungskonzept vor.

 

VON VLADIMIR NOWAKOWSKI

BLEIALF : Rund einhundert Zuhörer sitzen am Dienstagabend im alten (und sicheren) Eingangsbereich der Bleialfer Pfarrkirche, um vom Architekten Peter Berdi und dem Statiker Martin Kreutz zu erfahren, wie die Gipsdecke und der überbelastete Dachstuhl im jüngeren Anbau des Gotteshauses erhalten und saniert werden können – und was das kosten wird (der TV berichtete).
Das Dilemma könne man in einem Satz zusammenfassen, sagt der Statiker: „Die Decke ist für die Dachkonstruktion zu schwer.“ Die Fotos, die der Beamer unterdessen auf die Leinwand wirft, zeigen gerissene, verdrehte und sogar gebrochene Balken im Dachstuhl der Kirche. 

„Ohne Unterstützung mittels Spenden und tätiger Mithilfe vieler Menschen wird das nicht gehen.“

Jochen Kohr Pfarrer

Klar wird dabei: Innerhalb von knapp einem Jahrhundert (1925 wurde zur ursprünglichen Kirche aus dem 14. Jahrhundert die neue, dreischiffige Basilika hinzugefügt) haben das enorme Gewicht der eingehängten Gipsdecke und das von außen einwirkende Eifelwetter mit Schnee und Sturm ganze Arbeit geleistet.
 „Das gesamte System verdreht sich und ist statisch überbeansprucht“, erklärt Martin Kreutz. „Wahrscheinlich wurde die Belastung des Gestühls durch die rund acht Zentimeter dicke Decke nicht richtig bemessen.“ Falls einer der Balken, die im Fachjargon Binder genannt werden, den Halt verliere, drohe ein Dominoeffekt. „Dann stürzt die Decke ein.“
Gemeinsam mit dem Architekten Peter Berdi hat Kreutz ein Konzept zur Sanierung der Konstruktion erarbeitet, das es ermöglicht, die historische Gipsdecke zu erhalten. „Wir müssen von außen ran“, sagt Berdi. Dafür müsse die Kirche eingerüstet werden, um ihr ein zusätzliches Dach zu verpassen, denn keinesfalls darf die Gipsdecke mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, nachdem das Kirchenschiff abgedeckt ist.
 „Diese Arbeiten müssen von Mai bis September erfolgen. Auch wenn das Gerüst selbstverständlich allen statischen Anforderungen entspricht – Schneelasten, wie sie in der Eifel vorkommen können, wird es nicht halten“, erläutert Peter Berdi.
 
Ist das Gotteshaus einmal abgedeckt, werden zwischen die bisherigen Binder Stahlträger eingesetzt und miteinander verbunden, ein neuer Dachstuhl mit einem Gewicht von rund 23 Tonnen. Die Gipsdecke, während der gesamten Arbeiten von unten abgestützt, wird an der Stahlkonstruktion befestigt, die alten Balken sind somit entlastet.
Ob denn das Gebäude die zusätzliche, tonnenschwere Last auch tragen kann, will eine Zuhörerin von den Fachleuten wissen. „Ja, auch das haben wir berechnet“, antwortet ihr der Statiker. „Die Last tritt ja nicht punktuell auf, sie ist auf das gesamte Mauerwerk verteilt.“
Das Ganze klingt nach einer Menge Arbeit, die darüber hinaus millimetergenau zu erledigen ist – und einen sehr großen Batzen Geld verschlingen wird. „Nach unseren Berechnungen reden wir hier über 1 104 200 Euro“, sagt Peter Berdi. „Und da sind eventuelle negative Überraschungen nicht eingeplant.“
Das sei ein große Summe für die Kirchengemeinde, sagt Pfarrer Jochen Kohr. Trotz der erhofften Unterstützung durch das Bistum müsse man nun kreativ werden. „Ohne Unterstützung mittels Spenden und tätiger Mithilfe vieler Menschen wird das nicht gehen.“
Willi Leinen vom Pfarrverwaltungsrat rechnet vor: „Wir streben an, 785 200 Euro Zuschuss seitens des Bistums einsetzen zu können. Bei bisherigen Projekten hat das Bistum immer auch die Planungskosten übernommen.
Doch Grundvoraussetzung, um den Startschuss zur Sanierung geben zu können, sei, dass die Pfarrgemeinde die restlichen Mittel von rund 320 000 Euro aus eigener Kraft aufbringe und dazu einen hieb- und stichfesten Finanzierungsplan erstellen kann
„In den vergangenen zehn Jahren haben wir es immer geschafft, große Summen zu stemmen“, sagt Leinen. „Das gibt uns Zuversicht, auch dieses Projekt angehen zu können.“
Die Investitionen der Kirchengemeinde in ihre Gebäude von 2008 bis zum heutigen Tage sind bereits hoch: Sie betragen insgesamt rund 1,4 Millionen Euro, das Bistum Trier übernahm davon 870 000 Euro.
 
Die aufgenommenen Darlehen aus dieser Zeit sind inzwischen bis auf einen Betrag von 125 000 Euro abgetragen.
Quelle:  Trierischer Volksfreund 05.09.2019


SANIERUNGSKONZEPT FÜR DIE PFARRKIRCHE IN BLEIALF WIRD VORGESTELLT:

Dienstag, 3. September 2019

19.00 UHr in der Pfarrkirche in Bleialf.


Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus dem bekannten Deckengemälde im „neuen“ Teil der Bleialfer Pfarrkirche, in den 1920er Jahren errichtet und jetzt durch statische Mängel vor allem am Dachstuhl sehr bedroht. Seit Ostern letzten Jahres ist dieser Hauptteil der Pfarrkirche deswegen für Gottesdienste gesperrt. Inzwischen konnte einiges erreicht werden. Ein Sanierungskonzept wurde gefunden und bereits mit dem Bistum abgestimmt. Die Aufgabe ist knifflig, Architekt und Statiker müssen großes Können aufbringen, um über der fragilen Rabitzdecke einen neuen Dachstuhl zu konstruieren. Wie sie diese architektonische Herausforderung lösen werden, zeigten sie mit imposanten Plänen, Simulationen und Ergebnissen von Untersuchungen am 3. September 2019 in der Pfarrkirche.