Burgbrennen

Ein Brauch mit Wurzeln in der Vergangenheit

Lange vor dem Zweiten Weltkrieg versammelten sich in Bleialf die Burschen nach der Christenlehre, um Brennmaterial für das Burgbrennen zu sammeln. Bereits am Samstag zuvor wurde eine mit Stroh umwickelte Stange vorbereitet – sie stellte symbolisch einen „Ditz“ (Kleinkind) dar. Mit Handwagen und dem Ditz zogen die Jungen von Haus zu Haus, um Stroh und Reisig („Schanzen“) zu erbitten. Dabei sangen sie das traditionelle Lied:

 

Strih, Strih zur Nejerburg
Die Ahl as verbrannt,
Die nej kennt ont Land…
(vollständiger Liedtext auf Anfrage verfügbar)

 

Wer kein Material geben konnte, spendete Geld.
Die gesammelten Wagenladungen wurden auf eine Anhöhe gebracht und dort zur „Burg“ aufgeschichtet. Zusätzlich wurden Fackeln aus mit Stroh umwickelten Stangen vorbereitet. Die Spannung war groß – denn manchmal versuchte eine andere Gruppe, die Burg vorzeitig anzuzünden.

 

Das Feuer als Symbol

Zwischen 19 und 20 Uhr wurde die Burg schließlich entzündet, gefolgt von den Fackeln, mit denen die Burschen um das Feuer zogen. Danach ging es zurück ins Dorf, wo sie mit dem Ruf „Eier-hech!“ von Haus zu Haus zogen, um Eier zu sammeln. Diese wurden entweder untereinander verteilt oder gemeinsam zu Eierkuchen verarbeitet.

 

Während des Zweiten Weltkriegs kam das Burgbrennen zum Erliegen, wurde aber einige Jahre später wiederbelebt.
Da Stroh und Schanzen nicht mehr wie früher verfügbar waren, begannen die Burschen, einige Tage vor dem Burgsonntag im Wald dürres Holz zu sammeln. Auch alte Gummireifen wurden bei Autobesitzern erfragt, um das Feuer zu verstärken.

 

Moderne Tradition mit altem Herz

Am Burgsonntag – dem ersten Sonntag nach Fastnacht, auch „Schafssonntag“ genannt – beginnt der Tag mit dem Hochamt. Danach werden die gesammelten Materialien auf die Anhöhe gebracht. Nachmittags folgt das traditionelle Eiersammeln. Seit einigen Jahren ist es Brauch, dass das zuletzt verheiratete Brautpaar die Eierkuchen zubereitet und in seiner Wohnung serviert.

 

Die Burgen von Bleialf

Historisch wurden in Bleialf vier Burgen errichtet:

 

Oberdorf (Poststraße und Auwer Straße)

 

Unterdorf (Bahnhofstraße bis Haus Hansen)

 

Bahnhof (restliche Bahnhofstraße)

 

Alferberg (Oberbergstraße bis Alferberg)

 

Heute sind es noch drei aktive Burgen.

 

Ein Fest für die Dorfgemeinschaft

Das Burgbrennen ist ein traditioneller Feuerbrauch in der Eifel mit vermutlich heidnischen Wurzeln, später durch christliche Elemente ergänzt. Es symbolisiert das Vertreiben des Winters und das Willkommenheißen des Frühlings. Die Dorfjugend errichtet die Burg aus Holz, alten Weihnachtsbäumen und anderen brennbaren Materialien – das Feuer ist weithin sichtbar und ein echtes Highlight im Jahreslauf.

 

Nach dem Abbrennen versammeln sich die Burgjungen und Mädels zu einem geselligen Abend mit Musik, Geschichten und traditionellen Speisen wie Rührei – ein lebendiges Zeichen von Zusammenhalt und Heimatliebe.


Brennplätze

 

In der Gemeinde Bleialf werden aktuell an drei Standorten "Burgen" errichtet.