Martinsumzug 2019 in Bleialf

SC Bleialf aktiv für den Schneifeldom

Mit Hilfe von Alftal Blasorchesters und dessen Jugendorchester gelang es den wieder sehr vielen Kindern, beim Martinszug den Regen glatt „wegzusingen“. Nach einer kleinen Feier in der Pfarrkirche gehörte schon etwas Trotz dazu, im kalten Regen St.Martin auf seinem Pferd dem Umzug durch Bleialf zu folgen. Wer dem Wetter trotzte, wurde belohnt. Auf halber Wegstrecke verschwand der Regen, bei Ankunft auf dem Marktplatz konnten kleine und große Teilnehmer das Martinsfeuer genießen und die Weckmänner der Ortsgemeinde, welche die neu formierte Jugend-Feuerwehr verteilte.

Die Vorstandsmänner des SC 1949 Bleialf e.V. versorgten die Teilnehmer mit Heißgetränken und verbanden damit auch gleich eine Förderaktion für die Wiedereröffnung der wegen Bauschäden derzeit zum großen Teil gesperrten Pfarrkirche. „Wir unterstützen den Förderkreis“, stand auf ihrem Plakat, „ der Verkauf ist zu Gunsten der Kirchenrenovierung“. Diese spontane Benefizaktion begrüßt der Förderkreis sehr, denn sie ermöglicht wieder ein paar Spendeneuros für die große Investition, und sie gibt Ansporn an Gruppen und Vereine, mit kreativen Ideen und schneller Umsetzung wertvolle Unterstützung erreichen zu können.



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Ein Bericht über die Kirchensanierung im Bleialfer Verzellchen


Statische Sanierung der Pfarrkirche in Bleialf
 
Mit über 1,1 Millionen Euro wird die Sanierung des seit langem gesperrten Hauptteils der Pfarrkirche teuer und darüber hinaus sehr kompliziert. Der Pfarrverwaltungsrat arbeitet noch am Finanzierungsplan und berät zusammen mit dem Pfarrgemeinderat, wie benötigte Eigenmittel der Pfarrei bereitgestellt werden können. Kirchenvermögen kann eingesetzt werden. Aber auch von Spenden und Benefizaktionen ist die große Maßnahme abhängig. Pfarrangehörige und ehemalige Pfarrangehörige werden dazu angesprochen, Institutionen, Bürger, Stiftungen, Vereine, Unternehmen. Einen wesentlichen Beitrag soll ein Förderkreis leisten, der an Allerheiligen in der Pfarrkirche vorgestellt wurde.
 
Pfarrverwaltungsrat und Pfarrgemeinderat planen wieder am 21.11.2019 um 19 Uhr im Bürgerhaus, wer mitmachen möchte, ist gerne willkommen.
Willi Leinen, Pfarrverwaltungsrat

Vorankündigung
Am 10.Juli 2020 laden Pfarrverwaltungsrat und Pfarrgemeinderat zu einer Benefizveranstaltung auf den Bleialfer Marktplatz ein.


Statische Sanierung unserer Pfarrkirche - wie geht es weiter?


Das Konzept steht, bis Mitte 2019 sollen Pläne und Berechnungen erstellt sein. V.l.: Peter Berdi, Architekt, Willi Leinen, Pfarrverwaltungsrat, Martin Kreutz, Ingen. (Statik), Elsbeth Michels, Bauabteilung Bistum Trier, Thomas Stadler, Rendantur, Beate Knauf, Pfarrverwaltungsrat (Foto: K.H. Neisius)

Am 18. März hat ein Treffen mit allen Verantwortlichen stattgefunden: Verwaltungsrat, Bistumsarchitektin Michels, Architekt Berdi und Statiker Kreutz. Bereits zuvor hatten sich die Fachleute auf ein realistisches Sanierungskonzept geeinigt, das sie dem Verwaltungsrat vorgestellt haben. Im Prinzip geht es um den Einbau eines Stahlgerippes, um den überlasteten Dachstuhl samt der Drahtputzdecke damit abzufangen und die Lasten korrekt auf das Mauerwerk abzutragen. Hierzu muss das Dach im Traufenbereich abgedeckt und geöffnet werden, um die Stahlbauteile einzubringen und einen Ringanker auf der Mauerkrone aufzubetonieren. Zum Schutz der Drahtputzdecke vor schädlicher Nässe muss ein Außengerüst aufgestellt und daran ein Notdach installiert werden, das die gesamte Dachfläche des Mittelschiffs überdeckt. Die Arbeiten können daher auch nur in der trockenen und sturmfreien Jahreszeit (ab Frühjahr) durchgeführt werden.

Bevor jedoch die Handwerker beginnen können, müssen die Planer (Architekt und Statiker) ihre Arbeit machen: Der nächste Schritt wird die vollständige Erfassung der vorhandenen Konstruktion sein. Mit diesen Daten können Architekt und Statiker die genauen Maße und Einbauorte der Hilfskonstruktion festlegen. Daraus wiederum ergibt sich die Kostenermittlung für die unterschiedlichen Gewerke, mit deren Hilfe die Kirchengemeinde den Finanzzuschuss des Bistums beantragen kann. Die Abgabefrist ist immer Mitte des laufenden Jahres für alle großen Maßnahmen, die im Folgejahr begonnen werden sollen.

Unser Ziel ist daher, Mitte 2019 den Antrag stellen zu können. Architekt und Statiker wollen bis dahin die Planung abgeschlossen haben.
Mitte des Jahres werden wir also aller Voraussicht nach die Planung samt Kostenermittlung haben. Es wird dann eine Informationsveranstaltung geben, zu der wir gemeinsam mit dem Architekten alle Interessierten einladen.
Uns steht hier eine sehr große Herausforderung bevor! Wir haben aber den Eindruck, dass die Sache auf einem guten Weg und machbar ist.

Am Ende wird es natürlich auch eine Geldfrage sein - bei der nach wie vor klammen Haushaltslage der Kirchengemeinde Bleialf haben wir so gut wie keine freien Mittel einzusetzen und sind daher auf jede mögliche finanzielle Unterstützung angewiesen. Sollte das Bistum uns zusätzlich zum Regelzuschuss (60%) noch den Sonderzuschuss (20%) gewähren, rückt das Ziel zwar in erreichbare Nähe - aber es bleiben dann noch immer 20% der Gesamtkosten durch die Kirchengemeinde zu finanzieren. Ob also die Handwerker im Frühjahr 2020 oder 2021 (oder noch später) beginnen können, wird sich letzten Endes am Geld entscheiden.

Für den Verwaltungsrat, Willi Leinen u. Pfr. Jochen Kohr 


Tonnenweise Stahl für die Kirchendecke


Die einsturzgefährdete Decke der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Bleialf ist nur mit großem Aufwand zu retten. Die Kosten liegen bei 1,1 Millionen Euro. Architekt Peter Berdi stellte den Pfarrangehörigen das Sanierungskonzept vor.

 

VON VLADIMIR NOWAKOWSKI

BLEIALF : Rund einhundert Zuhörer sitzen am Dienstagabend im alten (und sicheren) Eingangsbereich der Bleialfer Pfarrkirche, um vom Architekten Peter Berdi und dem Statiker Martin Kreutz zu erfahren, wie die Gipsdecke und der überbelastete Dachstuhl im jüngeren Anbau des Gotteshauses erhalten und saniert werden können – und was das kosten wird (der TV berichtete).
Das Dilemma könne man in einem Satz zusammenfassen, sagt der Statiker: „Die Decke ist für die Dachkonstruktion zu schwer.“ Die Fotos, die der Beamer unterdessen auf die Leinwand wirft, zeigen gerissene, verdrehte und sogar gebrochene Balken im Dachstuhl der Kirche. 

„Ohne Unterstützung mittels Spenden und tätiger Mithilfe vieler Menschen wird das nicht gehen.“

Jochen Kohr Pfarrer

Klar wird dabei: Innerhalb von knapp einem Jahrhundert (1925 wurde zur ursprünglichen Kirche aus dem 14. Jahrhundert die neue, dreischiffige Basilika hinzugefügt) haben das enorme Gewicht der eingehängten Gipsdecke und das von außen einwirkende Eifelwetter mit Schnee und Sturm ganze Arbeit geleistet.
 „Das gesamte System verdreht sich und ist statisch überbeansprucht“, erklärt Martin Kreutz. „Wahrscheinlich wurde die Belastung des Gestühls durch die rund acht Zentimeter dicke Decke nicht richtig bemessen.“ Falls einer der Balken, die im Fachjargon Binder genannt werden, den Halt verliere, drohe ein Dominoeffekt. „Dann stürzt die Decke ein.“
Gemeinsam mit dem Architekten Peter Berdi hat Kreutz ein Konzept zur Sanierung der Konstruktion erarbeitet, das es ermöglicht, die historische Gipsdecke zu erhalten. „Wir müssen von außen ran“, sagt Berdi. Dafür müsse die Kirche eingerüstet werden, um ihr ein zusätzliches Dach zu verpassen, denn keinesfalls darf die Gipsdecke mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, nachdem das Kirchenschiff abgedeckt ist.
 „Diese Arbeiten müssen von Mai bis September erfolgen. Auch wenn das Gerüst selbstverständlich allen statischen Anforderungen entspricht – Schneelasten, wie sie in der Eifel vorkommen können, wird es nicht halten“, erläutert Peter Berdi.
 
Ist das Gotteshaus einmal abgedeckt, werden zwischen die bisherigen Binder Stahlträger eingesetzt und miteinander verbunden, ein neuer Dachstuhl mit einem Gewicht von rund 23 Tonnen. Die Gipsdecke, während der gesamten Arbeiten von unten abgestützt, wird an der Stahlkonstruktion befestigt, die alten Balken sind somit entlastet.
Ob denn das Gebäude die zusätzliche, tonnenschwere Last auch tragen kann, will eine Zuhörerin von den Fachleuten wissen. „Ja, auch das haben wir berechnet“, antwortet ihr der Statiker. „Die Last tritt ja nicht punktuell auf, sie ist auf das gesamte Mauerwerk verteilt.“
Das Ganze klingt nach einer Menge Arbeit, die darüber hinaus millimetergenau zu erledigen ist – und einen sehr großen Batzen Geld verschlingen wird. „Nach unseren Berechnungen reden wir hier über 1 104 200 Euro“, sagt Peter Berdi. „Und da sind eventuelle negative Überraschungen nicht eingeplant.“
Das sei ein große Summe für die Kirchengemeinde, sagt Pfarrer Jochen Kohr. Trotz der erhofften Unterstützung durch das Bistum müsse man nun kreativ werden. „Ohne Unterstützung mittels Spenden und tätiger Mithilfe vieler Menschen wird das nicht gehen.“
Willi Leinen vom Pfarrverwaltungsrat rechnet vor: „Wir streben an, 785 200 Euro Zuschuss seitens des Bistums einsetzen zu können. Bei bisherigen Projekten hat das Bistum immer auch die Planungskosten übernommen.
Doch Grundvoraussetzung, um den Startschuss zur Sanierung geben zu können, sei, dass die Pfarrgemeinde die restlichen Mittel von rund 320 000 Euro aus eigener Kraft aufbringe und dazu einen hieb- und stichfesten Finanzierungsplan erstellen kann
„In den vergangenen zehn Jahren haben wir es immer geschafft, große Summen zu stemmen“, sagt Leinen. „Das gibt uns Zuversicht, auch dieses Projekt angehen zu können.“
Die Investitionen der Kirchengemeinde in ihre Gebäude von 2008 bis zum heutigen Tage sind bereits hoch: Sie betragen insgesamt rund 1,4 Millionen Euro, das Bistum Trier übernahm davon 870 000 Euro.
 
Die aufgenommenen Darlehen aus dieser Zeit sind inzwischen bis auf einen Betrag von 125 000 Euro abgetragen.
Quelle:  Trierischer Volksfreund 05.09.2019


Sanierungskonzept für die Pfarrkirche in Bleialf wird vorgestellt:                                                                                                         Dienstag, 3. September 2019,  19.00 UHr                                                                      in der Pfarrkirche in Bleialf.


Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus dem bekannten Deckengemälde im „neuen“ Teil der Bleialfer Pfarrkirche, in den 1920er Jahren errichtet und jetzt durch statische Mängel vor allem am Dachstuhl sehr bedroht. Seit Ostern letzten Jahres ist dieser Hauptteil der Pfarrkirche deswegen für Gottesdienste gesperrt. Inzwischen konnte einiges erreicht werden. Ein Sanierungskonzept wurde gefunden und bereits mit dem Bistum abgestimmt. Die Aufgabe ist knifflig, Architekt und Statiker müssen großes Können aufbringen, um über der fragilen Rabitzdecke einen neuen Dachstuhl zu konstruieren. Wie sie diese architektonische Herausforderung lösen werden, zeigten sie mit imposanten Plänen, Simulationen und Ergebnissen von Untersuchungen am 3. September 2019 in der Pfarrkirche.