1.BLEIALFER KUNST- UND HANDWERKERMARKT AM 18.04.2018

 

Trierischer Volksfreund 16. April 2018

 

 

Nach den Käfern kommen die Könner

Da machst du große Augen: Organisator Hans-Peter Küster mit dem Plakat für den Markt in Bleialf.

 

Bleialf. Premiere mit Kunst und Handwerk: 50 Aussteller präsentieren sich beim Markt in Bleialf.

Auf der Schneifel ist was los: „Ich musste auch die Hauptstraße sperren lassen“, sagt Hans-Peter Küster, der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Bleialf. „Sonst hätte ich nicht gewusst, wie ich sie alle unterbringen soll.“ Klingt gut: Denn „sie“ – das sind all die Aussteller, die am Sonntag mit den Bleialfern eine Premiere feiern und  im zentralen Schneifeldorf einen Kunst- und Handwerkermarkt bestreiten werden. Vorige Woche hatten sich  mehr als 50 Teilnehmer angemeldet – und damit auch noch gut zehn mehr, als die Organisatoren um Hans-Peter Küster auf ihrer Broschüre untergebracht haben.

Mit diesem Sonntag wollen die Bleialfer fortsetzen, was  auf Anregung von Ortsbürgermeisterin Edith Baur 2017 so erfreulich verlief: „Da hatten wir ja den Maikäfer-Markt“, sagt Küster. „Nachdem in Bleialf ja lange nichts mehr lief, hatte Frau Baur den ins Leben gerufen.“ Und der Maikäfer-Markt brummte. Also habe man beschlossen: Dieses Jahr Fortsetzung, aber mit neuen Angeboten und Programmpunkten. Und wie Küster und seine Mitstreiter dann feststellten, gab es einen solchen Kunst- und Handwerkermarkt „bisher in der Region noch gar nicht“. Deshalb schicke sogar das rheinland-pfälzische Freilichtmuseum in Bad Sobernheim einen Stand auf die Schneifel, bemannt mit einem Drechsler, der in Bleialf sein altes Handwerk demonstrieren werde.

Die Gemeindechefin registriert mit Freude, dass das sonntägliche Markttreiben im Dorf weitergeht – und dass es so groß weitergeht. Aber auch aus einem weiteren Grund: „Weil wir ja noch immer keinen Gewerbeverein haben“, sagt Edith Baur. „Da ist es schon wichtig, dass die Vereinsgemeinschaft tätig wird.“ Und sie rühmt das Engagement von Hans-Peter Küster. Der habe sich wirklich reingehängt für den Markt, habe sogar andere, ähnliche Veranstaltungen abgeklappert, um zu sehen, was man in Bleialf umsetzen könne.

Der Gewerbeverein (der TV berichtete) war vor einigen Jahren wegen des Vorwurfs der Urheberrechtsverletzung in eine juristische Auseinandersetzung mit dem Künstler Roland Hagen aus Buchet geraten. Hagen gewann nach langem Hin und Her vor Gericht, ging aber trotzdem leer aus, weil der Verein nicht zahlen konnte. Vor zwei Jahren lehnte das Amtsgericht Bitburg auch den Antrag auf Insolvenz ab, „mangels Masse“. Weitermachen wollte niemand, eine Neugründung ist nicht in Sicht.

Zurück zu schöneren Dingen und auf den Marktplatz: Nicht nur der Drechsler drechselt was am kommenden Sonntag: Viele weitere Handwerker und Handwerkskünstler sind ebenfalls dabei. Zu sehen sind Glas- und Holzkunst, Stahl- und Schmiedehandwerk, Bildhauerei, Malerei, Keramik, Klöppelei und noch allerhand mehr von Näherei bis Brennerei. Mit dabei sind auch die Betriebe aus dem Dorf und zeigen an ihren Standorten, was sie im Angebot haben.

Wer noch weitere Argumente für den Besuch auf der Schneifel braucht, kann  von 12 bis 17 Uhr in Läden und Geschäften einkaufen. Und, klar: Leckereien gibt’s auch. Küster: „Das kulinarische Angebot reicht von der Gulaschkanone bis hin zur Forelle.“ Die Frauengemeinschaft serviert Kaffee und Kuchen. Für Kinder steht das Spielmobil bereit – und „Herr Jemine“.

Von 13 Uhr an lädt außerdem der Musikverein alle jüngeren Gäste zum Schnuppern ein: Die Mitglieder informieren über die Jugendarbeit. Und wer ein Instrument anschauen oder ausprobieren möchte, ist dazu ebenfalls eingeladen. Der Markt ist geöffnet am Sonntag, 22. April, von 11 Uhr bis 18 Uhr. Rund um den Bleialfer Marktplatz. Und, wie anfangs gesagt, in der Hauptstraße.


Trierischer Volksfreund 23.April 2018

 

 

Schnitzen, nähen, Schwätzchen halten

58 Aussteller zeigen in Bleialf ausschließlich Unikate die Besucher aus der ganzen Großregion dankten es

mit zahlreichem Erscheinen.

Bleialf. Handgefertigte Unikate wohin das Auge blickt: Beim ersten Bleialfer Kunst- und Handwerkermarkt waren Massenprodukte tabu – die Besucher begrüßten dies offensichtlich und kamen in Scharen an den Fuß der Schneifel. Von Frank Auffenberg

Stolz dreht Thomas Block ein kleines farbenfrohes Täschchen in der Hand. Er blickt zufrieden auf das Schnäppchen, schlägt es vorsichtig in Papier ein und verstaut es in der Satteltasche seines Motorrads. Wie er als vermeintlicher Rocker auf dem ersten Bleialfer Kunst- und Handwerkermarkt gelandet ist? Block grinst breit: „Wie so oft war der Zufall im Spiel. Seit Freitag bin ich mit Kumpels auf Motorradtour.“ Als die Gruppe in Bleialf kurz Pause machte, sahen sie, dass hier irgendwas los ist. Man schaute sich um, die Pause wurde immer länger und keine halbe Stunde später habe Bock das hübsche Mitbringsel für seine Freundin gekauft, sagt der Dortmunder, verabschiedet sich, springt auf seine Maschine und saust davon.

„Woher die Besucher alle kommen, können wir kaum sagen. Wir haben in der ganzen Region, also auch in Belgien und Luxemburg, die Werbetrommel gerührt und 2500 Flyer unter die Leute gebracht“, sagt Hanns-Peter Küster, Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Bleialf. Erstmals hat die Gemeinschaft den Markt organisiert. 58 Aussteller haben Küster und sein Team an den Fuß der Schneifel geholt.

Das sie die Ausrichtung des Markts übernahmen, gehe auf seine Funktion als Ratsmitglied zurück, sagt Küster. Bürgermeisterin Edith Baur hatte voriges Jahr das erste Maikäferfest angestoßen. Da habe er gedacht, dass man das Ganze ein bißchen verändern müsse, damit nicht immer dasselbe passiere und sei auf die Idee mit dem Handwerkermarkt gekommen.

Als bei den ersten Vorbereitungen aufgefallen sei, dass es einen reinen Kunst- und Handwerksmarkt in dieser Form in der Region noch nicht gebe, sei der Ehrgeiz gewachsen und die Marschrichtung vorgegeben gewesen: „Wir wollten definitiv darauf bestehen, dass alles was angeboten wird, auch aus eigener Herstellung kommt – leicht war das nicht, aber es ist geglückt.“

Das finden auch Elke und Franz Eschweiler aus der Nähe von Euskirchen. Im Herzen das Marktes schlugen sie ihren Marktstand auf, um zum einen Elke Eschweilers Kreationen aus Stoff anzubieten, zum anderen Franz Eschweilers Speckstein-Kunstwerke zu verkaufen. „Der Markt ist breit aufgestellt. Es gibt viele spannende Angebote. Bei uns gibt es auch gleich zwei sehr unterschiedliche Richtungen an Handwerkskunst“, sagt Franz Eschweiler, während er einen kleinen Stein feilt.

Seine Frau führt am Stand allerdings nichts vor. „Das wäre doch etwas viel. Ich habe meine Näharbeiten mitgebracht und biete sie hier an“, sagt sie und zeigt auf eine Art Vorhang, der aus vielen kleinen weichen Stoffherzen besteht. „Die sind im Moment der Renner, ich komm‘ mit dem Nähen fast nicht mehr nach.“ Feines aus der Wolle von ihren fünf Alpakas hat Sabine Heinemann von ihrem Hof in der Nähe von Losheim mitgebracht. Auch sie schätzt die Abwechslung des Marktes: „Es gibtviel zu entdecken.“ Vor zwei Jahren habe sie mit der Haltung von Alpakas begonnen. „Eigentlich nur aus Leidenschaft für die Tiere. Mein Schwiegervater, er ist ein alteingesessener Eifler Landwirt, fragte natürlich gleich, wozu die Tiere denn so zu Nutze sind. Da musste ich mir was einfallen lassen und biete seit vorigem Herbst die Wolle unserer Tiere in Form von Socken und Jacken an.“

Ortsbürgermeisterin Edith Baur ist zufrieden mit dem Markt. „Das sowas direkt aus dem Ort heraus entsteht und auf die Beine gestellt wird, zeigt, dass es ja Bedarf gibt und wir uns, auch ohne Gewerbeverein, nicht verkriechen dürfen.“ Sie hoffe, dass dies der Beginn einer neuen Tradition ist. „Mir und den Besuchern gefällt es auf jeden Fall sehr gut.“